In Rovaniemi geht die Sonne vom 6.6. bis 7.7. nicht unter, in Nuorgam vom 16.5. bis 29.7. Sauna, See und Fjell in hellen Nächten und was dazu gemessen wurde.
In Rovaniemi bleibt die Sonne etwa einen Monat lang die ganze Nacht am Himmel, vom 6. Juni bis 7. Juli, in Nuorgam vom 16. Mai bis 29. Juli. Auf dieser Seite finden Sie vier Arten, eine helle Nacht zu verbringen, und was über Licht und Schlaf tatsächlich gemessen wurde.
Alle vier können Sie auf eigene Faust und ohne Buchung unternehmen. Eine Regel gilt für alle: Gehen Sie nicht allein, und gehen Sie nicht ins Wasser, wenn Sie Alkohol getrunken haben. Die Gründe stehen weiter unten.
Sauna am späten Abend: Heizen Sie die Sauna am Abend ein, ist es draußen noch hell, wenn Sie hinaustreten. Kühlen Sie sich auf der Veranda oder am Steg ab und trinken Sie Wasser. Verzichten Sie in der Sauna und beim Schwimmen auf Alkohol.
Schwimmen im See: Lapplands Seen sind auch im Sommer kalt: Die mittlere Oberflächentemperatur im Juli lag im Kilpisjärvi bei 9,6 °C und in der geschützten Nellim-Bucht des Inarisees bei 15,5 °C. Gehen Sie langsam ins Wasser, statt zu springen, und schwimmen Sie nur, wenn jemand am Ufer ist.
Nachtwanderung auf ein Fjell: Vom Gipfel eines Fjells sehen Sie, ob die Sonne über dem Horizont steht. Laut dem Finnischen Meteorologischen Institut scheint die Mitternachtssonne am Polarkreis und nördlich davon in der Mittsommernacht im Schnitt jedes dritte Jahr, und jedes dritte Jahr ist sie von Wolken verdeckt. Nehmen Sie Ihr Telefon mit und sagen Sie jemandem, wohin Sie gehen.
Waldspaziergang in der Nacht: In einer hellen Nacht können Sie ohne Stirnlampe in den Wald gehen. Auf der Seite zur Naturtherapie finden Sie eine Anleitung zum Waldbaden: Gehen Sie langsam, nutzen Sie Ihre Sinne und setzen Sie sich zwischendurch still hin. Nehmen Sie Ihr Telefon lautlos mit.
Licht, Schlaf, Vitamin D und Wasser: was gemessen wurde
Auf dieser Seite standen früher Behauptungen darüber, wie schnell sich der Körper an das Licht gewöhnt und dass Vitamin D nachts gebildet wird. Für keine davon haben wir eine Studie gefunden, daher wurden sie entfernt. Unten steht, was gemessen wurde, und am Ende jedes Punkts, was die Forschung nicht sagt.
Licht am Abend verschiebt die Melatoninausschüttung nach hinten
In einer Laborstudie verbrachten 116 gesunde 18- bis 30-Jährige die 8 Stunden vor dem Schlafengehen entweder bei Raumlicht (unter 200 Lux) oder bei gedämpftem Licht (unter 3 Lux). Bei Raumlicht begann die Melatoninausschüttung im Schnitt 23 Minuten vor dem geplanten Schlaf, bei gedämpftem Licht 1 Stunde und 57 Minuten davor. Sie dauerte bei Raumlicht 8 Stunden und 45 Minuten und bei gedämpftem Licht 10 Stunden und 17 Minuten.
Das Licht war Innenbeleuchtung im Labor und kein Tageslicht einer Sommernacht, und die Teilnehmenden waren jung und gesund. Die Forschenden weisen selbst darauf hin, dass man im Alltag das Licht meist näher an der Schlafenszeit ein- und ausschaltet als im Versuch. Die Studie sagt nichts darüber, wie Reisende in einer hellen Nacht in Lappland schlafen.
Im hohen Norden schwankte die Schlafdauer nicht mit der Jahreszeit
In Tromsø, auf 69 Grad Nord, zeigten Daten von 21.083 Menschen ab 40 Jahren keine jahreszeitliche oder monatliche Schwankung der Schlafdauer, und Schlaflosigkeit war bei Männern im Winter am häufigsten, nicht im hellen Sommer. Bei einer Gruppe von zehn Forschenden, die im Juli auf Spitzbergen gemessen wurde, lag der Melatoninrhythmus etwa 1,7 Stunden später als zu Hause in Tschechien, die durchschnittliche Schlafdauer unterschied sich aber nicht signifikant: 6,4 Stunden zu Hause und 6,7 Stunden auf Spitzbergen.
Die Ergebnisse aus Tromsø beruhen auf einem Fragebogen, den Einwohner der Stadt beantwortet haben, und die Forschenden vermuten, dass das reichliche künstliche Licht der Stadt die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten ausgleicht. Die Messungen auf Spitzbergen fanden am 13. Tag der Expedition statt, sagen also nichts über die ersten Nächte, und die Stichprobe umfasste zehn Personen. Eine Studie dazu, wie viele Tage der Schlaf von Reisenden braucht, um sich an die Mitternachtssonne anzupassen, haben wir nicht gefunden.
Vitamin D entsteht tagsüber, nicht in der Mitternachtssonne
Die Haut bildet Vitamin D aus der UVB-Strahlung der Sonne, wenn der UV-Index über 3 liegt. Laut dem Finnischen Meteorologischen Institut wird in Südfinnland von Mai bis August ein UV-Index von 3 erreicht, und an einem klaren Mittsommertag kann er bis zu sieben Stunden anhalten, von 10 bis 17 Uhr. Typische Höchstwerte im Sommer liegen in Sodankylä bei 4–5 und in Helsinki bei 5–6. Die tief stehende Mitternachtssonne bildet also kein Vitamin D.